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Wer kennt nicht eines dieser Probleme?

Man sitzt abends vor dem Fernseher und bekommt Lust etwas zu naschen. Das kann Schokolade sein, Chips oder auch etwas anderes. Aber auf jeden Fall etwas „Ungesundes“. Dabei wollte man doch eigentlich weniger davon essen?

Oder

Raucherpausen in der Arbeitszeit. Man wollte doch weniger rauchen…

Oder

Regelmäßige Kaffeepausen in der Arbeit. Kann auf die Dauer ganz schön teuer werden (zumindest, wenn der Kaffen nicht kostenlos ist). 😉

 

Ich selber esse immer gerne etwas Süßes am Nachmittag in der Arbeit. Oder habe es getan. In meiner Ausbildung zum Personal und Business Coach bin ich auf eine sehr coole Methode gestoßen.

Die Technik: Flex Control

Diese Techniken erlaubt es einem mehr Flexibilität im Alltag zu erlangen. Die Idee dabei ist es, die positive Absicht hinter dem eigenen Verhalten zu suchen und diese mit alternativen Optionen zu befriedigen. Dabei geht es in erster Linie nicht darum, das alte Verhalten komplett zu streichen, sondern zusätzliche Alternativen zu etablieren. Somit könnt ihr selber entscheiden, welches Verhalten ihr zeigen wollt.

Wie das funktioniert zeige ich euch an meinem Beispiel: Süßigkeiten an Nachmittag in der Arbeit

 

Die positive Absicht hinter dem „negativen“ Verhalten analysieren

Ich habe Süßigkeiten gegessen, um mich zu belohnen. Durch Zucker wird im Gehirn das Belohnungssystem angeregt, ähnlich wie bei Drogen. Der Botenstoff Dopamin löst ein Wohlgefühl aus und führt zu dem Wunsch, sich erneut so zu fühlen.

Zusätzlich benötigt das Gehirn Zucker und Fett, um zu funktionieren. Der Zucker in Süßigkeiten ist da eher hinderlich und führt nicht zu einem Leistungsanstieg, sondern zu einem Leistungsabfall.

Meine beiden positiven Absichten waren also A) Belohnung und B) Energie für mein Gehirn

 

3 Alternativen suchen, die die positive Absicht befriedigen

Bei diesem Schritt ist es in erste Linie wichtig, Alternativen zu finden, die auch echte Alternativen sind. Wenn man innerlich etwas Negatives dagegen spürt, dann ist es keine echte Alternative. Hier muss man in sich reinspüren und ehrlich mit sich sein.

Um das erste positive Absicht Belohnung zu befriedigen, habe ich mich hingesetzt und überlegt – Wie kann ich mich belohnen? Eine Alternative war: Kaffee trinken gehen. Gute Möglichkeit, aber zu teuer. Zweite Möglichkeit war: draußen kurz frische Luft schnappen. Diese Idee fand ich gut. Also erste Alternative gefunden. CHECK!

Ich habe mich auch hingesetzt und recherchiert, welche Lebensmittel sind gesund und geben dem Gehirn gleichzeitig Energie. Beeren sollen eine gute Energiequelle für das Gehirn sein. Uns süß sind sie auch noch. Also eine weitere tolle Alternative. CHECK! Nüsse sollen ebenfalls beim denken unterstützen. Besonders Wallnüsse beugen Konzentrationsschwäche und vor und lindern Nervosität. Klingt interessant. Werde ich mal ausprobieren. Die dritte Alternative ist gefunden. CHECK!

 

Ich habe nun drei Alternativen gefunden:

  • Frische Luft schnappen
  • Beeren essen
  • Wallnüsse essen.

 

Alternativen verankern

Im letzten Schritt geht es darum, die Alternativen im eigenen Verhalten zu verankern. Dazu macht man sich einen Plan und sollte diesen mindesten zwei Wochen durchziehen. In diesen zwei Wochen sollte man möglichst nicht das alte Verhalten wiederholen. In meinem Fall habe ich die drei Alternativen auf die 10 Arbeitstage verteilt und jeden Tag abgewechselt.

Mittlerweile esse ich auch ganz selten mal ein paar wenige Süßigkeiten am Nachmittag. Es hat sich aber sehr stark reduziert. Dafür habe ich jetzt genügend Handlungsalternativen, die meine positiven Absicht befriedigen.

 

Flex Control lässt sich für praktisch jede Art der Verhaltensflexibilität einsetzen. Sei es essen, rauchen oder andere Dinge. Wenn man die positiven Absichten dahinter erkannt hat, kann man meist sehr gute Alternativen dafür finden.

 

Ich würde mich freuen, wenn du mir deine Erfahrungen mit der Technik Ressource Control mitteilst. Gerne per E-Mail oder einer Nachricht auf Facebook oder Instagram.

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